Braune Glasflaschen mit Pipetten stehen nebeneinander auf einer hellen Ablage vor schlichtem Hintergrund

Welches Naturkosmetik-Siegel wirklich Erdöl ausschließt

Auf der Vorderseite steht Naturkosmetik, auf der Rückseite steht Paraffinum Liquidum. Rechtlich ist das kein Widerspruch, denn der Begriff Naturkosmetik ist in der EU nicht geschützt. Wer ihn auf eine Tube druckt, muss dafür kein einziges Kriterium erfüllen und keiner Prüfung standhalten.

Verbindlich wird es erst mit einem Zeichen, hinter dem ein geprüfter Standard und eine unabhängige Zertifizierungsstelle stehen. Diese Standards unterscheiden sich allerdings deutlich: darin, welche Stoffgruppen sie ausschließen, ob sie einen Bio-Anteil verlangen, wie sie mit Tierversuchen umgehen und was sie über die Verpackung sagen.

Wer wissen will, ob wirklich kein Erdölderivat in der Rezeptur steckt, braucht deshalb nicht die Aussage auf der Schauseite, sondern das Zeichen und das Regelwerk dahinter.

  • Nicht geschützt: die Wörter Naturkosmetik, natürlich, rein, pflanzlich
  • Geprüft: NATRUE, COSMOS, BDIH, demeter
  • Erdölderivate: bei allen vier ausgeschlossen
  • Bio-Anteil: nur bei bestimmten Stufen vorgeschrieben
  • Silikone: kein Erdölprodukt, trotzdem überall ausgeschlossen
  • Kein Zeichen sagt etwas über: Verträglichkeit und Wirksamkeit

Warum der Begriff auf der Vorderseite nichts zusichert

Für Kosmetik in der EU gilt eine gemeinsame Verordnung. Sie regelt Sicherheit, Kennzeichnung und verbotene Stoffe, definiert aber nicht, was Naturkosmetik ist. Es gibt keine Mindestquote an pflanzlichen Rohstoffen, ab der ein Produkt so heißen dürfte.

Damit ist die Aussage auf der Vorderseite eine Werbeaussage. Sie muss lediglich nicht irreführend sein, und dieser Maßstab ist weit. Ein Produkt mit einem Auszug aus Ringelblume in geringer Menge und einer Basis aus Mineralöl kann sich mit Pflanzenbildern präsentieren, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen.

Genau in diese Lücke sind die privaten Standards gestoßen. Sie sind freiwillig, kosten die Hersteller Geld und werden von Prüfstellen kontrolliert. Was ein Zeichen wert ist, hängt daran, was sein Regelwerk verlangt, und diese Regelwerke sind öffentlich einsehbar.

Welche Stoffgruppen tatsächlich aus dem Erdöl stammen

Geöffneter Tiegel mit durchsichtiger, fettiger Salbe steht auf einer weißen Fläche
Ranjithsiji / BY-SA 4.0

Auf der Zutatenliste taucht das Wort Erdöl nie auf. Stattdessen stehen dort Namen, die auf dieselbe Herkunft zurückgehen: Paraffinum Liquidum, Cera Microcristallina, Petrolatum, Mineral Oil, Ozokerite, Isohexadecane, Isododecane sowie eine Reihe synthetischer Polymere und Acrylate.

Diese Stoffe sind nicht per se problematisch. Kosmetisches Paraffin ist gereinigt, chemisch träge und für empfindliche Haut oft gut verträglich; in der Wundpflege ist Vaseline seit Langem im Einsatz. Der Einwand gegen sie ist überwiegend ein Rohstoff- und Umweltargument, kein toxikologisches.

Für die Rezeptur bedeutet der Verzicht Aufwand. Wer Mineralöl streicht, braucht Ersatz für Konsistenz, Gleitgefühl und Schutzfilm, meist pflanzliche Öle, Wachse und Butter. Diese sind teurer, weniger stabil und verändern Geruch und Textur eines Produkts spürbar.

Das erklärt auch, warum zertifizierte Produkte anders auf der Haut liegen. Pflanzliche Öle ziehen unterschiedlich schnell ein, oxidieren mit der Zeit und riechen nach dem, was sie sind. Wer von einer mineralölbasierten Creme wechselt, sollte zwei bis drei Wochen einplanen, bis sich der Eindruck einordnen lässt.

Silikone und PEG: zwei Gruppen, zwei verschiedene Gründe

Silikone werden gern in einem Atemzug mit Mineralöl genannt, kommen aber aus einer anderen Quelle. Ausgangsstoff ist Silicium, das aus Quarzsand gewonnen wird. Erkennbar sind sie an Endungen auf -icone und -iloxane, etwa Dimethicone oder Cyclopentasiloxane.

Ausgeschlossen werden sie von den Naturkosmetikstandards trotzdem, und zwar mit einer anderen Begründung: Der Herstellungsweg ist stark synthetisch, und die Stoffe sind biologisch schwer abbaubar. Es geht also um die Herkunft der Chemie und um den Verbleib in der Umwelt, nicht um Erdöl.

PEG-Verbindungen wiederum, erkennbar am Kürzel PEG mit einer Zahl oder an Endungen auf -eth, entstehen durch Ethoxylierung. Dabei wird Ethylenoxid eingesetzt, ein Stoff aus der Petrochemie. Deshalb sind ethoxylierte Rohstoffe in allen hier verglichenen Standards ausgeschlossen.

Die Naturkosmetik-Siegel im Vergleich

Die Übersicht fasst zusammen, was die Regelwerke verlangen. Sie ersetzt nicht den Blick in den jeweiligen Standard, reicht aber für die Entscheidung im Regal.

Zeichen Erdölderivate Silikone und PEG Bio-Anteil vorgeschrieben Vorgaben zur Verpackung
NATRUE, Stufe Naturkosmetik ausgeschlossen ausgeschlossen nein in Grundzügen
NATRUE, Stufe mit Bio-Anteil ausgeschlossen ausgeschlossen ja, gestuft in Grundzügen
NATRUE, Stufe Biokosmetik ausgeschlossen ausgeschlossen ja, am höchsten in Grundzügen
COSMOS NATURAL ausgeschlossen ausgeschlossen nein ausführlich geregelt
COSMOS ORGANIC ausgeschlossen ausgeschlossen ja, zwei Schwellen ausführlich geregelt
BDIH ausgeschlossen ausgeschlossen nein, aber gefordert wo verfügbar Hinweise
demeter ausgeschlossen ausgeschlossen ja, biodynamisch geregelt

Die erste Spalte trennt also nicht. Wer allein Erdölderivate vermeiden will, ist mit jedem dieser Zeichen auf der sicheren Seite. Unterschiede entstehen beim Bio-Anteil, bei der Verpackung und bei der Frage, wie streng die Liste der zugelassenen Verarbeitungsverfahren ausfällt.

NATRUE: drei Stufen und eine Ausschlussliste

NATRUE ist ein internationaler Standard, der von europäischen Herstellern getragen wird. Er teilt Produkte in drei Stufen ein: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Biokosmetik. Die Stufe steht als Zusatz beim Zeichen, und daran hängt die Aussage.

Die Bestandteile werden in Gruppen sortiert: unveränderte Naturstoffe, aus Naturstoffen abgeleitete Stoffe und in engen Grenzen naturidentische Stoffe, vor allem bei Konservierung und Pigmenten. Für jede Produktart gilt ein Mindestanteil der ersten Gruppe und eine Obergrenze für die abgeleitete.

Ausgeschlossen sind Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte, ethoxylierte Rohstoffe, synthetische Duft- und Farbstoffe, gentechnisch veränderte Ausgangsstoffe und die Bestrahlung des Endprodukts. Die Prüfung übernimmt eine unabhängige Stelle, nicht der Hersteller selbst.

Für den Griff ins Regal ist die Stufe der entscheidende Teil. Das Zeichen allein sagt nur, dass die Ausschlüsse eingehalten wurden. Erst der Zusatz darunter verrät, ob überhaupt ein Bio-Anteil gefordert war, und genau dieser Zusatz wird beim schnellen Blick regelmäßig übersehen.

COSMOS: was ORGANIC von NATURAL trennt

COSMOS wurde von fünf europäischen Prüforganisationen entwickelt, unter ihnen der deutsche BDIH. Es gibt zwei Kennzeichnungen: COSMOS NATURAL und COSMOS ORGANIC. Beide schließen petrochemische Bestandteile bis auf eine begrenzte Liste zugelassener Verfahren aus.

Der Unterschied liegt im Bio-Anteil. Für die Stufe ORGANIC gelten zwei Schwellen: Mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlich erzeugten Bestandteile stammen aus biologischem Anbau, und der Bio-Anteil am Gesamtprodukt liegt bei mindestens 20 Prozent, bei Produkten zum Abspülen bei mindestens 10 Prozent.

Warum die zweite Zahl niedriger wirkt, als viele erwarten: Wasser und Mineralien zählen nicht als landwirtschaftliche Rohstoffe und können nicht bio sein. In einer wasserreichen Creme bleibt für den Bio-Anteil am Gesamtprodukt daher rechnerisch weniger Spielraum, ohne dass die Rezeptur schlechter wäre.

BDIH: das deutsche Zeichen mit dem längsten Vorlauf

Der Standard für kontrollierte Naturkosmetik des BDIH gehört zu den ältesten in Europa und hat viele spätere Regelwerke geprägt. Sein Ausschlusskatalog liest sich vertraut: keine organisch-synthetischen Farbstoffe, keine synthetischen Duftstoffe, keine ethoxylierten Rohstoffe, keine Silikone, keine Paraffine und anderen Erdölerzeugnisse.

Eine Besonderheit betrifft tierische Rohstoffe. Bestandteile von toten Wirbeltieren sind ausgeschlossen, also etwa Nerzöl oder tierisches Kollagen. Erlaubt bleiben Stoffe, die ein lebendes Tier liefert, wie Honig, Bienenwachs, Milch oder Lanolin.

Ein Bio-Anteil ist nicht generell vorgeschrieben. Der Standard verlangt aber, dass Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden, wo sie in ausreichender Qualität und Menge verfügbar sind. Das ist eine schwächere Zusage als eine feste Prozentzahl, aber eine überprüfbare.

demeter: der Standard beginnt im Anbau

Orangefarbene Ringelblumen wachsen dicht an dicht auf einem Feld im Sonnenlicht

demeter steht für biologisch-dynamische Landwirtschaft und ist damit vor allem eine Aussage über die Herkunft der pflanzlichen Rohstoffe. Für Kosmetik existiert ein eigenes Regelwerk, das auf den Anforderungen an Naturkosmetik aufsetzt und den Anbau zusätzlich festlegt.

Praktisch heißt das: Ein Produkt mit diesem Zeichen erfüllt sowohl die üblichen Ausschlüsse als auch Vorgaben zur Zusammensetzung aus demeter-zertifizierten Zutaten. Die Zahl der Produkte ist entsprechend klein, weil die Rohstoffbasis begrenzt ist.

Für die Frage nach Erdöl bringt das Zeichen keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn, denn ausgeschlossen ist es ohnehin. Wer dagegen Wert auf die Anbauweise legt, findet hier die weitestgehende Zusage der vier verglichenen Systeme. Wer stattdessen selbst rührt, findet Grundlagen in unserer Anleitung zum Herstellen eigener Naturkosmetik.

Was ein Bio-Anteil aussagt und was nicht

Ein hoher Bio-Anteil sagt etwas über die Landwirtschaft aus, aus der die Rohstoffe stammen. Über die Hautverträglichkeit sagt er nichts, und über die Wirksamkeit einer Rezeptur ebenfalls nicht.

Dazu kommt die Rechengrundlage. Prozentangaben beziehen sich je nach Standard auf die landwirtschaftlichen Bestandteile oder auf das Gesamtprodukt. Zwei Packungen mit unterschiedlichen Zahlen können deshalb dieselbe Rezeptur beschreiben, und zwei mit derselben Zahl völlig verschiedene.

Nützlich ist die Angabe trotzdem, weil sie eine geprüfte Kette voraussetzt: Anbau, Verarbeitung, Dokumentation. Sie ist ein Beleg für Herkunft, nicht für Qualität am Gesicht. Grundlagen zur Einordnung des Begriffs fasst der Eintrag zur Naturkosmetik zusammen.

Ein zweiter Fallstrick sind die Auslobungen auf der Vorderseite. Mit 95 Prozent natürlichen Ursprungs ist eine andere Aussage als 95 Prozent aus biologischem Anbau, und beide Formulierungen stehen oft in derselben Schriftgröße nebeneinander. Wer die Zahl liest, prüft zuerst, worauf sie sich bezieht.

Tierversuche: was das Zeichen regelt und was ohnehin gilt

Für Kosmetik gilt in der EU ein Verbot: Tierversuche für fertige Produkte und für Bestandteile sind untersagt, ebenso das Inverkehrbringen entsprechend geprüfter Ware. Der Hinweis tierversuchsfrei auf einer Packung beschreibt in diesem Markt also zunächst den gesetzlichen Normalzustand.

Die Standards gehen an zwei Stellen darüber hinaus. Sie beziehen die Lieferkette ein, also auch Rohstoffe, die aus anderen Regelwerken heraus geprüft wurden, und sie setzen teils Stichtage, ab denen keine Daten aus Tierversuchen mehr verwendet werden dürfen.

Eine Grauzone bleibt bei Rohstoffen, die als Chemikalie und nicht als Kosmetikbestandteil geprüft werden, sowie bei Märkten außerhalb der EU mit eigenen Vorschriften. Genau hier liegt der praktische Unterschied zwischen einem Werbehinweis und einem geprüften Zeichen.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein springender Hase auf der Packung ist keine leere Aussage, aber er beschreibt einen anderen Prüfbereich als ein Naturkosmetikzeichen. Die beiden ergänzen sich, sie ersetzen einander nicht, und keines von beiden trifft eine Aussage über die Rohstoffbasis der Rezeptur.

Vegan und tierversuchsfrei sagen nichts über Erdöl

Ein Veganzeichen bedeutet, dass keine Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten sind. Kein Bienenwachs, kein Lanolin, kein Honig, keine Milchbestandteile. Über Silikone, Paraffine und PEG sagt es nichts, und ein veganes Produkt kann vollständig auf synthetischer Basis aufgebaut sein.

Umgekehrt ist zertifizierte Naturkosmetik nicht automatisch vegan, weil Rohstoffe vom lebenden Tier zugelassen sind. Wer beides möchte, braucht beide Zeichen auf derselben Packung.

Dasselbe gilt für Angaben zu Klima und Kompensation. Sie betreffen Bilanzen und Ausgleichszahlungen, nicht die Rezeptur. Wer den Konsum insgesamt umstellen möchte, findet Kriterien in unserem Beitrag über nachhaltige Beauty-Produkte.

Verpackung: der Punkt, an dem die Standards auseinandergehen

Beim Inhalt liegen die Regelwerke nah beieinander, bei der Hülle nicht. COSMOS ist an dieser Stelle am ausführlichsten und macht Vorgaben zu zulässigen Materialien, zum Ausschluss bestimmter Kunststoffe und zur Reduktion von Verpackungsmaterial.

Die anderen Systeme formulieren allgemeiner, meist als Anforderung an Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit. Wer gezielt Verpackung vergleichen will, kommt deshalb um einen Blick in den jeweiligen Standard nicht herum.

Im Regal hilft ein einfacher Test: Glas, unbedruckter Karton und Nachfüllbeutel sind fast immer die materialsparendere Wahl. Ein Tiegel mit drei Kunststoffschichten und einem Pappmantel ist es nie, unabhängig davon, welches Zeichen darauf klebt.

Ein zweiter Punkt betrifft die Größe. Kleine Tiegel haben im Verhältnis zum Inhalt die schlechteste Materialbilanz, und bei Produkten mit hohem Verbrauch summiert sich das schnell. Wer eine Pflege gefunden hat, die dauerhaft passt, fährt mit der größeren Einheit oder dem Nachfüllsystem besser.

Wenn gar kein Zeichen auf der Packung steht

Dann bleibt die Zutatenliste. Für die Frage nach Erdöl reichen wenige Suchbegriffe: Paraffinum, Petrolatum, Mineral Oil, Cera Microcristallina, Ozokerite. Steht keiner davon dort, ist die Basis nicht mineralölbasiert, unabhängig von jeder Werbeaussage.

Für Silikone genügt der Blick auf die Endungen -icone und -iloxane, für ethoxylierte Stoffe die Kombination aus PEG und einer Zahl sowie Endungen auf -eth. Diese fünf Muster decken den größten Teil der Fälle ab und lassen sich im Laden in einer halben Minute prüfen.

Der Aufwand lohnt vor allem bei Produkten, die großflächig und täglich aufgetragen werden. Bei einem Lippenstift, der zweimal im Jahr zum Einsatz kommt, ist die Rechnung eine andere als bei einer Körperlotion, von der jährlich mehrere Liter verbraucht werden.

Was kein Zeichen verspricht: Verträglichkeit

Zertifizierte Naturkosmetik ist nicht automatisch milder. Ätherische Öle und Pflanzenauszüge enthalten Duftstoffe wie Limonen, Linalool, Geraniol oder Citral, die zu den häufigeren Kontaktallergenen gehören und deshalb ab bestimmten Konzentrationen einzeln deklariert werden müssen.

Auch der Verzicht auf Konservierung ist kein Gewinn für sich. Ein wasserhaltiges Produkt ohne wirksamen Schutz verkeimt, und eine Naturkosmetikcreme braucht dafür zugelassene Systeme wie Benzoesäure oder Sorbinsäure. Ihr Vorhandensein spricht für eine durchdachte Rezeptur, nicht gegen sie.

Wer auf Pflege mit Rötung, Brennen, Juckreiz oder Schuppung reagiert, sollte das dermatologisch abklären lassen, statt weiter zu wechseln. Ein Allergietest liefert innerhalb weniger Termine eine Antwort, die zwanzig Produktversuche nicht liefern. Welche Kriterien Produkte für unterschiedliche Hauttypen erfüllen müssen, behandelt unser Beitrag zu Produkten für alle Hauttypen.

Häufige Fragen

Ist ein Produkt ohne Zeichen automatisch schlechter?

Nein. Zertifizierung kostet Geld und Verwaltungsaufwand, den kleine Hersteller manchmal nicht tragen. Ohne Zeichen fehlt allerdings die unabhängige Prüfung, und die Beurteilung verlagert sich vollständig auf die Zutatenliste.

Was bedeutet die Angabe frei von Mineralöl?

Sie ist eine freiwillige Aussage über die Abwesenheit einer Stoffgruppe und wird nicht von außen geprüft. Nachvollziehen lässt sie sich nur über die Zutatenliste. Nach den fünf genannten Suchbegriffen zu sehen dauert kürzer, als die Aussage auf der Vorderseite zu lesen.

Sind Silikone in Kosmetik verboten?

In der allgemeinen Kosmetik nicht. Die zugelassenen Vertreter gelten als sicher für die Anwendung auf der Haut. Naturkosmetikstandards schließen sie aus, und einzelne Verbindungen stehen wegen ihrer Umwelteigenschaften unter regulatorischer Beobachtung.

Erkennt man am Preis, wie viel Natur enthalten ist?

Nein. Pflanzliche Öle und Butter sind teurer als Mineralöl, aber der Preis eines Endprodukts hängt vor allem an Verpackung, Vertrieb und Werbung. Zwei Cremes mit derselben Basis können sich im Regal um den Faktor drei unterscheiden.

Wie oft ändern sich die Regelwerke?

Sie werden regelmäßig überarbeitet, meist mit Übergangsfristen für laufende Produkte. Wer sich für ein Detail interessiert, findet die aktuelle Fassung bei der jeweiligen Organisation, denn die Standards sind öffentlich zugänglich.